Der Verlust der Stille

image_pdfimage_print

Die Stille begleitete den Menschen über die Jahrhunderte. Kein Motorengeräusch, niemals Musik aus Verstärkern, kein Baulärm und auch nicht die Spur von reizüberflutenden Medien konfrontierten die Ohren des Menschen früherer Epochen. Zumindest im Alltag. In den Städten war es damals lauter als auf dem Lande. Kutschen, die über Kopfsteinpflaster rollten, Handwerker auf Straßen, Menschenansammlungen und Marktfrauen auf großen Plätzen. Das waren in der Regel die allgemein üblichen Klangpegel, denen man ausgeliefert war. Richtig laut wurde es dann zu besonderen Gelegenheiten: im Krieg mit Kanonendonnern, Explosionen und Kavallerie – Attacken, bei Revolutionen in den Städten, bei Bränden und Naturkatastrophen. Mehr zu außerordentlichen Anlässen drang der Lärm zu den Menschen. Meist ungewollt. Und in seinen Auswirkungen umso fataler.

Musikaufführungen waren damals für viele verschlossen. Es hing sehr stark davon ab, wo man lebte. In der Stadt war es müheloser, Veranstaltungen zu besuchen. Sie waren  nicht immer für jeden zugänglich. Militärmusik vernahm man häufiger. Bei Paraden und Aufmärschen der Stadtwache und der Regimenter. Wer es sich leisten wollte, ging in die Oper. Konzerthäuser gab es im ganzen Land und wurde von einem eher musikalisch gebildeten Publikum besucht. Tanzveranstaltungen, Dorffeste und Kurkonzerte erlebten die meist schlichten und einfachen Bewohner. In den Kirchen konnte man Oratorien und große Orgelwerke hören. Wenn man in der Provinz lebte, war es schon schwierig, gute Musik zu erleben. Weite Fahrten wurden dafür in Kauf genommen. Im anderen Falle blieb die reichlich verbreitete Hausmusik übrig, die zwar keinen professionellen Anspruch anstrebte, dennoch das Interesse und die Liebe zum Musizieren ungemein förderte. Egal aber wo etwas erklang, alles in allem war die Erzeugung sowie die Aufnahme von Musik durchweg eine flüchtige Erscheinung. Das was blieb, war die Erinnerung an Aufführungen und Konzerte, die irgendwann verblasste. Die einzige Möglichkeit zur Reproduktion war damals das Klavier, auf dem man das Gehörte noch einmal nachspielen konnte. Darin lag die ursprüngliche Idee der Klavierauszüge.

Das alles sollte sich ab dem Jahre 1877 plötzlich ändern. Mit einem Male, wie aus heiterem Himmel, gab es die Perspektive, Klänge zu konservieren und allgemein zu verbreiten. Kein geringerer als Thomas Alva Edison (ja, der mit der Glühbirne), jener Erfinder aus USA, der nie eine Schule besucht hat, stellte seine allerneueste Kreation der Öffentlichkeit vor. Der »Edison Phonograph«, ein Gerät mit einer drehenden Wachs – Walze und einer Abtastnadel. Aus dessen Schalltrichter liessen sich tatsächlich Stimmen und Musik vernehmen. Fast gespenstisch muss den ersten Hörern jene Klänge vorgekommen sein. Trotz der bisweilen schlechten Tonqualität handelte es sich um keinerlei Geringeres, als um einen Meilenstein in der Musikgeschichte. Nicht lange hat es gedauert, bis diese bedeutende Erfindung in Deutschland von der Schallplatte abgelöst wurde.

Wie der Phonograph funktioniert und wie man damit aufnehmen kann, wurde heute im Museum Bad Münder eindrucksvoll erläutert. Oliver Bargmann, einer der ganz wenigen Spezialisten auf dem Gebiet in Deutschland, führte in einem 50- minütigen Vortrag durch die geschichtlichen Hintergründe dieser frühen Tonerzeugung. Sein reichhaltiges Equipment hatte er sogleich einer Dauerausstellung im Museum zur Verfügung gestellt. Das Publikum folgte seinen Ausführungen sehr interessiert. Und auch für mich, selbst als »alter Hase«, gab es jede Menge neue Informationen zu dem Thema.

Meine bescheidene Aufgabe bestand darin, am Schluss des Vortrages eine Tonaufnahme mit einem original Phonograph einzuspielen. Ich verwendete ein Cornet a Pistons in amerikanischer Bauart. Dieses war Ende des 19.Jahrhunderts als Soloinstrument außerordentlich populär. Eine große Zahl an Werken (Thema mit Variationen) wurde dafür komponiert. Auch sehr frühe Originalaufnahmen aus alter Zeit wurden auf dem Cornet eingespielt. Ich nahm ein Stück aus der Mottenkiste: Konzertpolka »Lockvögel«. Länger als 2:15 Minuten durfte es nicht dauern, da die Spielzeit der Walze begrenzt ist. So musste ich auf Handzeichen relativ schnell auf den Schlussteil springen. Es war für mich als Musiker zutiefst beeindruckend, mit welchen einfachen Mitteln damals Klangkonserven hergestellt wurden und bin dankbar für diese seltene Gelegenheit, hier mitwirken zu können.

DSCN1303

DSCN1308

DSCN1305

DSCN1286

DSCN1280

 

Tonaufnahmen wie zu Großvaters Zeiten

image_pdfimage_print

Tonaufnahmen wie zu Großvaters Zeiten. Gestern hatten wir in einer Generalprobe einige Versuche durchgeführt. Die Aufnahmen konnten nach der Abpinselung überflüssiger Wachsreste sofort abgehört werden. So muss es früher geklungen haben. Gespielt habe ich „olle Kamellen“ aus Noten vom untersten Stapel: „Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen“, aus dem „Trompeter von Säckingen“, sowie die Konzertpolka „Lockvögel“. Jede Einspielung darf nur 2,5 Minuten dauern. Ist die Hälfte erreicht, gibt Oliver ein Zeichen. Ein weiteres folgt vor den letzten zehn Sekunden. Dann muss der Schlusston erfolgen. In der Veranstaltung werde ich gleichzeitig über ein modernes Kondensator Mikrophon aufnehmen, um den krassen Gegensatz in der erreichten Klangqualität zu demonstrieren.

DSCN1274

DSCN1275

DSCN1269

DSCN1277

DSCN1276

DSCN1270

Gedanken in der Abenddämmerung

image_pdfimage_print

Gedanken in der Abenddämmerung. Still und ruhig liegt das Hallertal vor meinen Augen. Auf einer kleinen Anhöhe zwischen Völksen und Eldagsen blicke ich rundum in die Landschaft. Eine warme, angenehme Stimmung umgibt mich. Kein Lüftchen, …..«über allen Wipfeln ist ruh…«. Die Ruhe, die jetzt über der Landschaft liegt, ist beeindruckend. So gut wie keine Menschen unterwegs. Nicht mal ein Auto ist mir begegnet. Auch gut. So habe ich die Landschaft für diesen Moment ganz für mich allein. Ob sie alle vor dem Fernseher sitzen? Ich beneide sie nicht. Hier ist es doch viel schöner und bunte Bilder genieße ich in vollen Zügen kostenlos und in Natura. In der Ferne ist gelegentlich ein Auto zu vernehmen. Aber die frühlingshafte Stille mit den vollbelaubten Bäumen lässt das Herannahen des Sommers bereits jetzt erahnen. Das wird nicht lange so bleiben. Denn an dieser exponierten Stelle weht häufig ein rauer Wind aus Nordwest. Oder wenn es besonders kalt wird, von Osten aus dem flachen Gebiet der Hildesheimer Börde.

Zu sehen ist die Deisterpforte. Links der kleine Deister mit der Hallerburg und rechts die Ausläufer des großen Deisters mit dem Ebersberg, dem Hausberg von Springe. Schaut man sich die weiten Felder an, dann deutet nichts mehr darauf hin, dass hier einmal Ortschaften standen, die mittlerweile untergegangen sind. Wüstungen nennt man heute diese verschwundenen Dörfer, die einst aufgrund von Kriegseinwirkungen, Pest-Epidemien oder unwirtschaftlichen Bedingungen aufgegeben wurden. Sie verfielen und haben sich im Laufe der Jahrhunderte »renaturiert«. Die Namen dieser geheimnissvollen Orte sind bekannt. Sie wurden in den Springer Jahrbüchern, einer Buchreihe zur Geschichte des Kreises Springe, aufgelistet. Teilweise tragen sogar noch die anliegenden Feldfluren ihre Ortsbezeichnungen. Auch Familiennachnamen findet man heute in den Dörfern um Völksen. So deutet zum Beispiel der Name »Ihssen« auf ein Dorf hin, das südlich des Lauseberges gelegen hat.

So hat sich in den vielen vergangenen Jahrhunderten ein stetiger Wandel in der Besiedlung vollzogen. Davon ist nun im Angesicht der Landschaft nichts mehr zu merken. Wo einst Menschen wohnten, lebten und arbeiteten, die Felder bestellten und von den Erträgen der Natur existieren, befindet sich heute eine weite landschaftliche Fläche, die Ruhe und Erhabenheit ausstrahlt. Welches Gesicht wird sie in den nächsten Jahrhunderten erhalten? Wir wissen es nicht. Hauptsache unsere Nachkommen finden auch in Zukunft eine Umgebung vor, in der es sich leben lässt und mit der sie sich im Einklang befinden können.

1

 

3

 

4

 

5

Sergiu Celibidaches Philosophie über Musik und Tonaufnahmen

image_pdfimage_print

Sergiu Celibidache, was für ein Musiker, was für ein Mensch. In jungen Jahren erschien er mir mit seinen oft sperrigen Theorien eher als ein kauziger, sich selbst darstellender Patriarch, der die Orchestermitglieder, wie ich hören durfte, wie ein Tyrann schikanierte. Kaum jemand polarisierte so stark wie er, der es erreichte, seine Orchester zu Höchstleistungen und ungewöhnlich musikalischen Höhepunkten zu bringen. Erst mit zunehmendem Alter und wachsender Erfahrung näherte ich mich dieser Person, zumal durch Veröffentlichung von Videos auf Youtube die Möglichkeit entstand, viel von ihm zu erfahren. Mittlerweile kursieren viele Musikaufnahmen von ihm und seinen Orchestern, obwohl er zeitlebens gegen Mikrofonaufnahmen und insbesondere gegen eigene Tonproduktionen eingestellt war. Aber er kam aus vertraglichen Gründen anscheinend nicht drum herum. Sonst würde es wohl, wenn es nach ihm gegangen wäre, gar keine Tonaufnahmen von ihm geben. Für ihn war die Life- Aufführung sakrosankt.

Im vorliegenden Video erklärt er, wieso er Produktionen generell ablehnt. Und er schildert das auf eine nicht leicht zu verstehende Weise. Leider nur auf französisch, aber mit englischen Untertiteln. Celibidache beherrschte fünf Sprachen fließend. Zahlreiche seiner bedeutenden Vorträge hat er im Fernsehen auf Italienisch gesprochen. Das Interview, das er mit einer Reporterin des französischen Fernsehens führte, ist sehr vielsagend, teils emotional geführt. Hier wird die volle Überzeugung seiner Thesen deutlich. Mit vielen Dingen und Menschen geht er teilweise hart ins Gericht. Seine Kritik an Kollegen und an der Ausbildung an Hochschulen ist messerscharf. Überhaupt hat er in seinen Ausführungen viele verletzende und herablassende Worte gebraucht. Diese begründet und belegt er aber auch. Er verfügt über ein Übermaß an Selbstüberzeugung. Das wird in dem Gespräch klar herübergebracht. Mit ins Spiel kommt seine Hinwendung zu Buddhismus und die Beschäftigung mit der wissenschaftlichen Phänomenologie, einem schwer verständlichen und sperrigen Erklärungsmodell. Es lohnt sich aber, bestens bewaffnet mit einem Wörterbuch, seinen teil spannenden Ausführungen zu folgen. Ich glaube nicht, jemals über Musik etwas Besseres gehört zu haben.

Germany on the Brink

image_pdfimage_print

Insofar as it has already come.
„Germany on the brink“, written by a renowned, more conservative New York daily newspaper. Really anything but a Bouleward newspaper. Make no mistake about this country of something? Are we here yet beyond all realistic perceptions? We are in the eye of the hurricane and not even realize it? The question is rather: when we finally wake up and assess the developments in this country with the necessary seriousness. Blindness and trust in political slogans of „responsible“ can bring us into serious trouble.

Der Fall Fis/ Ein Krimi nach Noten

image_pdfimage_print

Kreativ sein ist wichtig. Als Chorleiter auf der Suche nach neuen Formaten und Ideen. Daraus ergab sich der glückliche Umstand, daß in Zusammenarbeit mit dem bekannten Krimiautor Günter von Lonski ein interessantes Projekt entstanden ist, das unter der Bezeichnung „Krimi nach Noten“ als neuartiges Format Anfang September uraufgeführt werden soll.

Das bedeutet: der Autor wird sein eigenes Werk als Lesung vortragen, die Dialoge werden von Darstellern gesprochen, klangliche Effekte sowie Klavier- und Chormusik unterstützen und vertiefen die Handlung.

Dieses neue Krimi Genre gehört zum Bereich der Unterhaltung. Es gibt zahlreiche Gelegenheiten zum Schmunzeln und manch komische Situation wird für Erheiterung sorgen.

Der Martin-Schmidt Saal in Bad Münder ist mit seiner deutlich, feinhörigen Akustik bestens geeignet, subtile Feinheiten deutlich hervortreten zu lassen.

Der Vorverkauf startet in zwei Wochen. Eine Tonproduktion mit CD Erstellung läuft .

Ein kurzer Einblick in die Handlung:

„Feierabend. Nach einem anstrengenden Tag kehrt Hauptkommissar Brendél ins  traute Heim zurück und vermisst den gedeckten Tisch, das kühle Bier und seine Ehefrau Almut- Dorothee. Ein unbekannter Anrufer meldet sich und fordert dreißigtausend  Euro für die Freilassung seiner Frau. Lösegeldübergabe  soll um Mitternacht in der Marktkirche sein. Dort erwartet den Kommissar eine unangenehme Überraschung. Der Kantor liegt erstochen auf dem Manual seiner Orgel. Was den Kommissar nicht gerade in tiefe Trauer stürzt – der Herr der Orgelpfeifen hat seiner Almut-Dorothee schamlos nachgestellt. Sofort nimmt der Kommissar mit seinem fähigen Team die  professionellen Ermittlungen auf. Doch je tiefer er in den Fall vordringt, umso heftiger melden sich böse Ahnungen. War seine Almut-Dorothee gar nicht mit ihrer Freundin im Freischütz? Zumal sie in unpassender Kleidung nahe der Marktkirche aufgegriffen wurde. Oder wollte sie ihre Ehre und Ehe retten und hat dem Kantor die zierliche Orgelpfeife in den Rücken gerammt? Und wer ist der graue Mann, der sich im Orgelschrank  versteckt hält? Es wird kompliziert, sehr kompliziert – doch ein Ermittlungsergebnis steht bereits fest: Es wird ein unterhaltsamer Abend mit einem spannenden Krimi und musikalischen Leckerbissen.“

Plakat Der Fall FIS.indd

 

Grinderwald

image_pdfimage_print

66Der Grinderwald

Ein eigentümliches Waldgebiet nordwestlich in der Region Hannover will ich hier vorstellen. Zugehörig zum Naturpark Steinhuder Meer befindet es sich unmittelbar zwischen den Städten Neustadt am Rübenberge und Nienburg (Weser). Begrenzt wird der Wald durch die viel befahrene Eisenbahnlinie Bremen-Hannover im Norden und die auf vier Spuren erweiterte Bundesstraße 6 im Süden, die das Waldgebiet zerteilt und den südlichen kleineren Teil abschneidet. Leider ist es nicht möglich, einen der Parkplätze entlang der Straße als Ausgangspunkt für Touren zu benutzen. Ein Zaun riegelt den Waldrand hermetisch ab, sodass kein Wild heraus- und kein Mensch mehr hineinkommt. Wanderer haben eher Zugang über die Bahnhöfe Hagen und Linsburg, über Eilvese oder Borstel, wo man direkt an den Wald heranfahren kann.

Wer gerne lange, ausgedehnte Spaziergänge mag und auf allzustarken Publikumsverkehr verzichten will, für den ist dieser groß angelegte Wald das ideale Ziel. Wer sich wirklich erholen möchte und dabei etwas innere Einkehr sucht, sollte unbedingt dieses Gebiet für eine kurze oder längere Wanderung besuchen.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad kann man hier eine reichliche Halbtageswanderung absolvieren. Die zahlreichen Wege lassen beide Verkehrsmittel sinnvoll erscheinen. Man findet hier befestigte Wirtschaftswege in geraden Richtungen vor, sowie »grüne« Waldwege, die eindeutig kurvenarme Routen verfolgen.

Überhaupt ist der Wegeverlauf im Grinderwald interessant angelegt. Teils sind es forstwirtschaftliche Gründe oder historisch gewachsene Wege, die zu dem jetzigen Erscheinungsbild des Wegenetzes geführt haben. Die meisten führen in die Nord-Süd oder Ost-West Ausrichtung. So verlief einst parallel zur B6 die damalige Chaussee von Hannover Richtung Bremen, auf der sogar Könige von England mit ihrem Tross von England kommend in ihre Residenz nach Hannover gefahren sind, um ihrem Kurfürstentum einen Besuch abzustatten. Durch den Grinderwald führte bis ins 19. Jahrhundert hinein die einzige Verbindung nach Nordwesten. In der Nähe befinden sich auch ein »Eisenbahner Weg«, dern in Richtung Linsburg leitet und ein alter Postweg.

Für Sehenswürdigkeiten benötigt man ein waches Auge. Diese findet man zwischen den dichten Baumbeständen. Eine der auffälligsten ist der 138 Meter hohe Fernmeldeturm, der in der umgebenden Landschaft weithin zu sehen ist. Sogar eine kleine Jagdhütte taucht wie urplötzlich aus dem Nichts auf, wenn man den passenden Weg einschlägt. Denn die Parallelwege ähneln einander beträchtlich. Die Ernst-August Hütte wurde 1967 errichtet und erinnert daran, dass der Grinderwald einmal Jagdrevier der Welfen gewesen ist.

Ganz in der Nähe in nördlicher Richtung taucht sogar ein kleiner Einmann-Bunker auf, eine Betonanlage, die in die Erde eingegraben und mit einer Eisentür verschlossen ist. Noch weiter schreitend kommt man an einem Stein mit einem Löns-Zitat vorbei. Im Umkreis des Hüttenberges, der höchsten Erhebung mit 105 Metern kann es zu einem interessanten, aber weniger natur-schönen Fund kommen. Da erscheint plötzlich eine verlassene Militäranlage, die schon seit zwanzig Jahren geräumt ist und deren verfallende Bauten ehemals zu einer Anlage mit Flugabwehr-Raketen zur Zeit des kalten Krieges gehört haben. Meine Empfehlung: am besten nicht so viel Spektakuläres erwarten. Die herbe Schönheit des Waldes mit reichhaltigen Baumbeständen und seiner eigenen Atmosphäre ist Sehenswürdigkeit genug.2016_0608grinderwaldsommer0016

2016_0608grinderwaldsommer0039

2005_0601Radtour30051

2005_0601Radtour30030

2005_0601Radtour300332005_0601Radtour30037

Was ist Geld?

image_pdfimage_print

Franz Hörmann über das Geldwesen

Was ist Geld? Wie funktioniert unser Geldwesen? Und vor allem: wie ensteht es? Ich glaube, es gibt zur Zeit niemanden in der ganzen Szene, der in der Lage ist, diese Zusammenhänge so gut und anschaulich zu erklären, wie der Wiener Professor Franz Hörmann. Und zwar so, dass sie auch von finanzpolitischen Laien (also die meisten) in jeder Hinsicht voll verstanden werden können.

Hörmann gibt keine trockenen Vortrage oder undurchsichtigen Informationen. Sein Wiener Charme und sein angeborener Humor, verbunden mit der in österreichischen Gefilden herrschenden Leichtigkeit, bewirken eine unterhaltsame Art, komplexe Dinge aus der Finanzwelt zu erklären. Es macht einfach Spaß, ihm zuzuhören und ich kann dieses Video nur jedem empfehlen, der einmal wissen will, was mit unserem Geld und unseren Konten so passiert. Eine klasse Argumentationshilfe, wenn man mal mit Banken und Sparkassen zu tun hat.

Quelle: Reinhard Großer

Ein Wochenende im April

image_pdfimage_print

 

Ein Wochenende im April.

Was tut ein Musiker am Wochenende? Richtig. Musizieren in der Regel. Und womöglich noch an verschiedenen Orten. Höhepunkte oder eher routinierte Phasen wechseln so im Lauf des Jahres. Zahllose Veranstaltungen kommen mit den Jahren aufs Konto eines aktiven Musikers, der sich darüber glücklich schätzen kann, noch ausreichend nachgefragt zu werden. Sicher, auch außergewöhnlich glanzvolle Momente gehören zum Künstlerleben. Diese sind wichtig, um sich daran aufzurichten. Aber wie im wirklichen Leben sind eher die alltäglichen Dinge das, was unser bürgerliches Dasein ausmacht.

Dieses Wochenende war viel zu tun. Keine spektakulären Dinge, aber immerhin befriedigene Auftritte, die von einem jeweils sehr interessieren Publikum dankbar begleitet wurden.

Los ging es am Freitag. Da spielte ich zur Eröffnung des Deutschen Stuhlmuseums in Eimbeckhausen auf dem E-Piano für die eintreffenden, geladenen Gäste. Anschließend gab es dann Kaffeehausmusik zur Entspannung auf dem Grotian-Steinweg Flügel.

Am folgenden Samstag war ich wieder für den Kreischorverband Weserbergland tätig. In dem kleinen Ort Börry nahe der Weser, hielt ich einen Vortrag über das „Chorsingen 2020“. Anschließend erfolgte mit den Deligierten aus der Region ein anregender Diskurs.

Sonntag früh war Orgelspielen zu einer Konfirmation angesagt. In der vollbesetzten Kirche zu Afferde bei Hameln wurde bei den Liedern kräftig gesungen. Die Ausführungen des Pastors waren so humorvoll, das daraufhin die Anwesenden während des ganzen Gottesdienstes in bester Stimmung waren.

Sonntag Nachmittag habe ich dann die Legende fur Trompete und Klavier von George Enescu im Bürgersaal zu Gehrden aufgeführt. Anlässlich eines Lehrerkonzertes der Calenberger Musikschule spielte ich mit meiner hervorragend disponierten Kollegin Janina Koeppen am Klavier dieses für uns beide anspruchsvolle Werk.

Und somit hat wieder ein ganz normales Wochenende im April sein Ende gefunden.

12998536_1703730456555187_2754684011671778660_n12998741_1703730703221829_5293287616793809493_n   13015298_1703730789888487_1336834218055217409_n12998622_1703730763221823_3175542810169594905_n 12993523_1703730746555158_6390582038234883335_n13007331_1703730726555160_1079664537226147957_n

Quelle: Reinhard Großer

Stimmbildung für alle

image_pdfimage_print

 

In einem Stimmbildungsworkshop geht es nicht eben ruhig und gemessen zu. Da werden schon mal Körperbewegungen intensiver koordiniert als sonst, Resonanzräume klanglich erschlossen, unterschiedlicheste Artikulationen ausprobiert und mit ausgewählten Musikstücken die gesangliche Fähigkeiten unter verbesserter Intonation vermittelt. So geschehen am letzten Samstag in dem beschaulichen Ort Springe am Deister. Es handelte sich um eine Veranstaltung des Kreischorverbandes Weserbergland, dessen Vorstand ich mittlerweile seit einigen Jahren angehöre. Seit langem kamen Anfragen unserer Mitgliedschöre zur Durchführung einer Stimmbildung in regionaler Nähe.

Es hat endlos gedauert, dann war sie endlich da: Doris Vetter aus Hamburg hatte zugesagt. Wie so oft bei beliebten Leuten, war es bei ihr schwer, einen Termin zu bekommen. Geduld wurde verlangt. Aber nach zwei Jahren klappte es nun und der Erfolg der Veranstaltung hat die Bemühungen belohnt. Da wir nicht wussten, welche Resonanz auf unser Angebot folgen würde, haben wir auch benachbarte Chorverbände angeschrieben. Um so erfreulicher: Die Rückmeldungen kamen daraufhin so zahlreich, dass sie das Fassungsvermögen beinahe gesprengt hätten. Gut 90 Sängerinnen und Sänger aus verschiedensten Chören, mit Schwerpunkt Springe und Bad Münder, standen am Ende auf der Anmeldeliste. Die Aula der Grundschule war bis auf den letzten Platz angefüllt mit Menschen.

Es lohnte sich. Alle schienen begeistert von der agilen Art der Stimmbildnerin und ihrer Begabung, komplexe Dinge in Bezug auf Singetechnik, Akustik und Musikalität zu vermitteln. Aber Doris Vetter ist nicht irgendwer. Sie genießt in ihrem Fach überregional einen ausgezeichneten Ruf. In Zusammenarbeit mit dem Chorverband Niedersachsen-Bremen wurde sie uns empfohlen. Sie ist in Hamburg eine bekannte Chordirigentin, leitet den Operettenchor Hamburg und tritt mit zahlreichen Projekten und Konzerten in Erscheinung. Außerdem ist sie Dirigentin und Gründerin des größten Kinderchores der Welt, den »Young Voices« mit über 5000 Stimmen.

Aktuelle und interessante Artikel zu den Bereichen Musik, Literatur, Kultur, Wandern usw.