Homerecording mit Arturo Sandoval

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Homerecording mit Arturo Sandoval

Homerecording der Extraklasse. Vor allem, wenn es von einem so bedeutenden Könner wie Arturo Sandoval durchgeführt wird. Ganz privat in den Räumen seines Hauses (Florida?) zeigt der Multiinstrumentalist seine Fähigkeiten in der ihm eigenen, quasi mit der Muttermilch aufgesogenen Musikrichtung, die er nicht nur stark verinnerlicht hat, sondern auch in jeder Beziehung ein »Heimspiel« für ihn darstellt.

Mit den heutigen technischen Möglichkeiten (Digitalisierung) braucht ein begnadeter Musiker schon kein Ensemble mehr für wirkungsvolle Produktionen. Vielmehr lässt sich auch ohne Absprachen und Kompromisse mit anderen Mitspielern ein sehr persönliches und vor allem homogenes Ergebnis erreichen, wie man dieser Aufnahme entnehmen kann.
Das kann man bedauern oder nicht, ist doch gerade das Ensemblespiel durch gegenseitige Innovation durchaus künstlerisch lehrreich und bereichernd, vorausgesetzt, die Musiker harmonieren auch miteinander und pflegen einen mühelosen Umgang.

Aber das eine muss das andere ja nicht ausschließen. So ist es immer wieder bewundernswert, was ein einzelner Künstler für erstaunliche Produktionen zustande bringt, ausgehend davon, er beherrscht verschiedene Instrumente entsprechend gut. Ein ähnliches Beispiel habe ich hier weiter unten in meiner Chronik angeführt. Dort hat der Australier James Morrison im Alleingang eine komplette Big Band eingespielt. Mit hervorragend gestalteten Videosequenzen. Einfach herunter scrollen, hineinschauen und genießen.

Leben ohne Alkohol

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Leben ohne Alkohol. Eine Zwischenbilanz.

Am Aschermittwoch 2015 war alles vorbei. Nein, nicht doch, aber zumindest die Aufnahme alkoholischer Getränke wurde fürs erste vollkommen eingestellt. Warum? Dafür gibt es tausend Gründe. Und jetzt, nach einem Jahr, kann ich auf Ergebnisse zurückblicken, die mir die Sinnhaftigkeit dieses Tuns, oder „Nichttuns“, bewusst werden lassen. Ich weiß, man wird in meinem Genre leicht zu einem Spielverderber, der anderen ihre Genüsse streitig macht und somit ihre Lebensqualität beeinträchtigt. Dem ist nicht so. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Versuch, und da ich gern eher ausprobiere, als ausdiskutiere, wollte ich anhand von Auswirkungen mir die eigene objektive Meinung bilden.

Nein, ich will niemanden überzeugen oder gar missionieren. Ich möchte hier kein Allheilmittel konstatieren. Es muss sich mir gegenüber niemand rechtfertigen, wie es letztens schon häufiger geschah. Ich verurteile und blicke auch nicht auf jemanden verächtlich herab.
Mit anderen Worten: Ich will nicht Spielverderber sein. Vielleicht liegt das Motiv eher in der heimlichen Verachtung auf die Wirkungen „geistiger“ Getränke, die aus vergangenen, beobachteten Erfahrungen aus der Umwelt meiner Jugendzeit resultierten.

Dennoch kann ich hier die Vorzüge der bis jetzt einjährigen Abstinenz meinerseits herausstellen.

Sicher, Alkohol ist ein Weichzeichner, das heißt, er mildert die harten Realitäten des alltäglichen Geschehens auf eine sehr schonende, somit auch einschleichende Weise. Schicksalsschläge oder schwierige Prozesse sind durch Einnahme in den Hintergrund gerückt. Als Folge davon kommt nach einiger Zeit eine Abhängigkeit auf, ohne es zu merken. Die Handlung wird immer automatisierter, und da die Probleme nicht weniger werden, tritt eine Gewöhnung ein, die die Sache in einer Regelmäßigkeit als „normal“ erscheinen lässt. So ist es letztendlich bei allen Drogen, aber Alkohol ist allgemein zugänglicher und billiger zu bekommen. Darin liegt die Gefahr. Nicht der Alkohol an sich ist gefährlich, sondern die Schwäche des Menschen und seine seine Reaktion auf seine Verwicklungen im Dasein. Projektionen helfen hier nicht weiter. Sie führen zu einer falschen Beurteilung.

Betrachten wir einmal die gesundheitliche Seite. Und die ist durchweg positiv zu bewerten. Seit einem Jahr merke ich, dass das allgemeine Wohlbefinden, die Verdauung und die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit geistigen Inhalten wesentlich gewachsen sind. Die Gesamtstabilität ist in allen Punkten gestiegen, körperlich wie mental. Die Sinnesorgane werden klarer, die Kondition steigt und es entsteht so eine Art befreiendes Gefühl, unabhängiger zu sein.

Der Verzicht auf alkoholische Getränke bedeutet kaum, dass man in moralinsaurer Weise den Genüssen des Daseins völlig abgeneigt ist. Da die Sinnesempfindungen eher geschärft sind, macht zum Beispiel das Essen wesentlich mehr Freude, als zuvor. Der Geschmack ist intensiver und nicht durch gleichzeitige Einnahme von Bier oder Ähnlichem beeinträchtigt. Das übliche Glas Weißwein dient zwar zur angenehmen Appetitanregung, doch wenn ich meinen Hunger erst anregen muss, habe ich, glaube ich, etwas Falsches gemacht. So warte ich dann lieber, bis ich richtig Hunger habe. Jedenfalls ist das feine Geschmacksgefühl gewachsen. Ein weiterer positiver Aspekt dieses Versuches.

Nicht zuletzt sind es Lebenserfahrungen aus längerer Zeit, die zu folgendem Experiment geführt haben. Schaue ich zurück, entdecke ich zahlreich viele „Trinkergeschichten“ vergangener Epochen, die aufgrund der dadurch verbundenden Vorfälle, sich in meinem Gedächtnis bis heute eingeprägt haben. Besonders im Orchesterbereich oder mit Kollegen, vornehmlich aus den osteuropäischen Ländern. Als ich jung war, hatte ich den Eindruck, dass die Musiker-Nachkriegsgeneration stark innerlich demoralisiert gewesen sein muss. Das sogar bei Aufführungen und anderen Ochesterdiensten der Trunkenheit ordentlich gefröhnt wurde, hat mich verstört. Nichts wusste ich damit anzufangen und mich wunderte, dass das nicht verboten war. Und so waren auch die klanglichen Ergebnisse entsprechend.

Wie auch immer, ein „Sabbatjahr“ in Sachen Alkohol kann ich besten Gewissens empfehlen. Wer es schafft, aus seinen automatisierten Handlungen wenigstens eine Zeit auszubrechen und selbstbestimmt kontrolliert für sich das Optimale zu tun, der hat einen unendlich großen Schritt getan und einen bedeutenden Gewinn daraus gezogen.

Skurrile Wanderfunde Teil 1

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 Skurrile Wanderfunde Teil 1

Wer mit der S-Bahn aus Richtung Hannover kommend in den Bahnhof Springe (Deister) einfährt, wird zur Zeit mit einem bizarren Anblick konfrontiert. Ist in dem beschaulichen Erholungsort etwa der Ausnahmezustand verkündet worden? Oder bebt hier gelegentlich die Erde? Für den Betrachter, der beim Einfahren in den Bahnsteig mit diesem Bild gegenübergestellt wird, kommen böse Assoziationen auf.Keine Sorge. Springe ist kein Kriegsgebiet. Es wurde auch nicht Katastrophenalarm ausgerufen. Offensichtlich wurde versäumt, Trümmer eines Abrisses zu beseitigen, der wohl eher durch friedliche Umstände entstanden ist. Weiterhin lässt sich Springe als Ausgangsort zahlreicher Wanderungen und Ausflüge ansteuern. Vieles ist möglich. Auf den Deisterkamm zum Annaturm, zur Deisterpforte und Hallerquelle. Auf den Ebersberg (steil) am Göbel-Denkmal vorbei oder Sophienhöhe Richtung Taternpfahl

Gesehen am Bahnhof Springe

 

Quelle: Reinhard Großer

Faust Zitat

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Verlassen hab ich Feld und Auen
Die eine tiefe Nacht bedeckt,
Mit ahnungsvollem, heil'gem Grauen
In uns die beßre Seele weckt.
Entschlafen sind nun wilde Triebe
Mit jedem ungestümen Tun;
Es reget sich die Menschenliebe,
Die Liebe Gottes regt sich nun.

(Goethe, Faust 1.Teil)

Quelle: Reinhard Großer

Das geheimnisvolle Kreuz

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In einer Stadt kann jemand seit vielen Jahren leben. Und dabei wachen Auges viele Details des Stadtbildes aufmerksam verfolgen. Mit der Zeit bilden sich Kenntnisse über viele Einzelheiten in Gebäuden und Straßen und irgendwann glaubt mancher, bereits alles wahrgenommen zu haben. So entsteht der Glaube, nicht mehr viel Neues in der vertrauten Stadt aufzufinden.

Trügerisch, denn es existieren sehr wohl Dinge, die unbesehen bleiben, obwohl man an entsprechender Stelle schon hundertmal vorbeigegangen ist. Vielleicht weil sie zu unauffällig waren oder nicht richtig gedeutet wurden. Oft genügt ein kleiner Hinweis, und schon ist man erstaunt über die Entdeckung.

Solch eine typische Stelle findet man am Beginn der Kramerstrasse gegenüber dem Haus Nr 25. Gegenüber befindet sich der Vorplatz zur Marktkirche. Eine vielbelebte Stelle in Hannovers Altstadt. Dort befindet sich auf dem gepflasterten Boden eine Art Malkreuz.

Stellt man sich darauf, ergibt sich ein interessanter Ausblick. Es ist die einzige Position, in der der Betrachter alle vier evangelische Kirchen in unmittelbarer Nähe sehen kann. Gleich daneben die Marktkirche, weiter hinten die Ägidienkirche, die Neustädter Kirche und die Kreuzkirche.

Ich vermute, dass bei der Gestaltung dieses Bodenkreuzes die Kirchtürme besser zu sehen waren. Heute braucht es eine gewisse Zeit, um sie hinter den zahlreichen Bauten zu entdecken.

Quelle:

Reinhard Großer

Levi Zitat

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Aber wenn einst die mit dem Glauben versöhnte Wissenschaft und Philosophie all die verschiedenen Symbole zu einem vereinen wird, dann wird all die Pracht der alten Kulte im Erinnern der Menschheit aufblühen und den Fortschritt des menschlichen Geistes in der Erkenntnis des göttlichen Lichtes verkünden.

(Eliphas Levi)

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